Aphorismen

Hans-Joachim Niemann


Logos

Am Anfang war das Wort.

- Auch bei Hitler.

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Leben

Am Anfang war das Problem.

Und das Problem sprach: Löse mich!

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Das Verschwinden der Argumentationskultur:

Tauziehen statt Schlüsse ziehen, Tauziehen um Mehrheiten.

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Mehrheit schützt vor Dummheit nicht.

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Jeder Krieg ist ein Bruderkrieg.

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'Ende gut, alles gut':

So rechtfertigen sich alle Gewaltherrscher.

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Die vergesslichen Täter:

Mein Gedächtnis ist klein.

Mein Herz ist rein.

Lieb Vaterland, mein.

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Operettenweisheit: "Glücklich ist, wer vergisst".

Opernweisheit: "Klüger ist, wer nicht vergisst".

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Die beiden Arbeiterklassen:

Die einen arbeiten, um zu leben.

Die anderen leben, um zu arbeiten.

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Kinderlose Ehepaare: Egoisten!

Kinderreiche Ehepaare: Egoistische Gene!

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Viele Ärzte lernen aus Fehlern.

Die anderen sind die schlimmeren.

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Nicht das Alter macht krank;

Krankheiten machen uns alt.

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Jedes Fachgebiet ist ein Labyrinth.

Ein Fachmann ist, wer die Sackgassen kennt.

Arme Philosophen, die Fachleute des Denkens sind.

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Die Eule war einmal das Wappentier der Philosophie.

Heute sind es der Kauz und die Elster.

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Die Philosophen haben viel Stroh gedroschen;

nun kommt es darauf an, die wenigen Körner zu finden.

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Philosophie - der Kampf gegen die Dummheit?

Das würde erklären, warum sie so sehr mit sich selbst beschäftigt ist.

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Philosophen-Wettkampf: Wer kann mit den meisten Worten am wenigsten sagen?

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Die Tonne als Maßstab. Wer ihnen wohl zuhören würde, wenn sie nicht vom Katheder,

sondern wie Diogenes aus der Tonne sprechen müssten?

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Reine Philosophie? Ohne Wissenschaft und Alltagsdenken ist reine Philosophie reiner Unsinn.

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Heidegger - der bisher reinste Fall für die Eigendynamik der Wirkungsgeschichte.

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Es gibt Wittgenstein I und Wittgenstein II.

Bist Du verwundert?

Dann schau' Dir Habermas an:

von dem gibt's hundert!

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Die Größe, die darauf beruht, dass jemand auf Stelzen geht,

sollten wir besser nicht bewundern.

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Neben den Begriffskoloratursängern der deutschen Philosophie

wirkt der Kritischer Rationalist

wie ein Nachrichtensprecher in einer Italienischen Oper.

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Die schnelle Küche für Schreiber: Kürzen und Würzen.

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Das Habermas-Prinzip:

Wer vieles sagt, sagt manches Wahre.

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Die Hoerster-Schreibweise:

Den Gutwilligen eine Bereicherung,

den Böswilligen ein gefundenes Fressen.

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Die Grottenolme der Philosophie.

Sie schreiben dunkel, und scheuen das Licht der Kritik.

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Unterschied zwischen Physikern und Philosophen:

Die Physiker wissen, dass sie den absoluten Nullpunkt nie erreichen können.

Die Philosophen haben ihn immer wieder erreicht.

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Was ist ein Transzendentalbelletrist?

Ein Fall von Begriffsmarquardtismus.

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Michelangelos Rezept:

"Schlag alles weg, was überflüssig ist,

und überwältigend schön steht da: der David!"

Philosophen-Rezept:

"Schlag alles in den Wind, was andere geschrieben haben,

und überwältigend schön steht da: Du selbst!"

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Kreischen im Elfenbeintürmchen. Was ist los?

Ach nichts. Wieder einmal hat ein Philosoph versucht,

eine Säge dazu zu bringen, sich selber zu sägen.

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Seltene Vollkommenheit:

Kritisch sein und für Kritik empfänglich sein.

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Rat an Ideenproduzenten:

Wirf deine Kaffeebohnen nicht in leerlaufende Kaffeemühlen!

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Die klassische Hermeneutik: die Kunst des Herauslesens.

Die neue Hermeneutik: die Kunst des Hineinlesens.

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Wenn er genügend lange behauptet wird,

gibt es für jeden Unsinn einen Kontext,

  der ihm Einlass in die Wissenschaften verschafft:

seine Wirkungsgeschichte.

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Was viele Philosophen gut können, ist das Sich-Dumm-Stellen:

"Was meinst du damit? Erkläre mir deine Begriffe!"

Dagegen kämpfen Götter selbst vergebens.

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Koryphäen: Warum soll ein Alleswisser ein Ideal sein,

wenn schon der bloße Besserwisser keines ist?

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Je mehr Bücher über dasselbe Thema erschienen sind,

desto leichter schreibt sich ein weiteres:

Kompilat ist ein schwächeres Schimpfwort als Plagiat.

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Philosophenärger: man ist nie der Erste.

Philosophentrost: man ist nie der Letzte.

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Die Angst des Schreibers vor falscher Rezeption:

Von einem schwammigen Gehirn erst aufgesogen

und dann wieder ausgedrückt zu werden.

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Doppelter Schmerz. Erst stehlen sie die Trompete,

und dann können sie nicht darauf blasen.

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Wittgenstein III: Was man überhaupt sagen kann, kann man kurz sagen.

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Suche Widersprüche, und du kommst zu Erkenntnissen.

Suche Selbstverständlichkeiten, und du stößt auf Irrtümer.

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  Ein Fehler ist nicht deshalb keiner, weil ich ihn selber mache.

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          Kognitive Dissonanz: Unsympathische Leute können sympathische Ideen haben.

Leider stimmt das auch umgekehrt.

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Lieblingsideen? Wegwerfen! - Waren sie gut, kommen sie wieder.

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    Alle großen Denker haben ihre Nachläufer, die in ihnen ihre Vorläufer sehen.

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Sei kein Mitläufer; sei kein Nachläufer: So wirst du ein Vorläufer.

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 Nicht jeder kommt an. Aber wer  nicht losrennt, kommt bestimmt nicht an.

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Triviales wird oft mit Wertlosem verwechselt.

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"Wohlverstanden!" - ein Wort stirbt aus.

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Zwei Arten von Dummheit:

Die eine, die die Vielheit nicht kennt;

die andere, die ihrer nicht Herr wird.

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Studentenweisheit: Lieber dem nahen kleinen Licht folgen, als dem großen weit entfernten.

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Eine gute Theorie behauptet Unwahrscheinliches, das wahrscheinlich wahr ist.

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Der Zufall hat seine Gesetze,

von denen die Kausalität nichts weiß.

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Wittgenstein (PU 464): "Was ich lehren will, ist:

Von einem nicht offenkundigen Unsinn zu einem offenkundigen übergehen."

Siehe, ich lehre Euch den offenkundigen Unsinn!

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Wer immer "Es ist fünf vor Zwölf!" schreit,

dessen Uhr ist stehengeblieben.

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Geh'n ihm die Argumente aus, dreht er sich um und lässt sie hinten raus.

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Einen falschen Freund zu verlieren

kann genauso glücklich machen

wie einen guten Freund zu gewinnen.

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       Manche Schriften sind wie krumme Eier, denen man ansieht, wie sehr das Huhn gedrückt hat.

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    Eine Masse von Menschen: Das Ganze ist weniger als die Summe seiner Teile.

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Einstein: "Mein Bleistift ist klüger als ich!"

Popper: "Mein Radiergummi ist klüger als wir beide!"

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      Des Lebens Lauf: vom Lust-Gewinnen zum Leid-Entrinnen (frei nach Freud).

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Die kürzeste Widerlegung des Induktivismus:

Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht.

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Nur Pawlowsche Hunde sind heute noch Induktivisten.

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Flache Diskussion: das ist wie Speerwerfen mit Zahnstochern.

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Trost für Langsamschreiber: Lieber posthum veröffentlichen als komposthum.

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      Warnung an die Letztbegründler:

"Man geht zugrunde, wenn man immer zu den Gründen geht." (Nietzsche)

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Die Verballhornung der Lehren der Lehrer will es,

dass Konrad Lorenz ein Behaviorist war,

Nietzsche ein Nihilist,

Popper ein Positivist.

Bildung ist so etwas Nebulöses:

      Hatte das Flügel, wogegen Don Quichotte anrannte...?

  Oder hatte Don Quichotte die Flügel...?

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Wie man sich an den Mann erinnert,

der ein Leben lang gegen Windmühlen kämpfte:

War das nicht der, der sich für eine Windmühle hielt?

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Poppers "Logik der Forschung":

Für viele ein Buch von magischer Abstoßungskraft.

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Metaphysik ist ... Mangel an Physik.

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Die Bibel wörtlich  genommen: "Du sollst nicht ..."; ergo: Ich darf.

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Für Liebhaber von Paradoxien:

Merk' dir, was du vergessen willst!

(Kant schrieb sich's auf!)

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Borniert, wer nicht sieht, dass andere Menschen andere Maßstäbe haben.

Genauso borniert, wer nicht sieht, dass es bessere und schlechtere Maßstäbe gibt.

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     Hegel vom Kopf auf die Füße gestellt: Freiheit ist der Einblick in die Möglichkeiten.

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     Zwischen Glauben und Aberglauben ist kein Unterschied.

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Politiker. "Ich bin missverstanden worden" sagen sie,

und sie sagen nicht "Ach, könnte ich doch meine Dummheiten von gestern zurücknehmen".

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Die zwei Lehren der Geschichte:

       Der eine lernt: Mit dem Knüppel soll nie wieder geknüppelt werden.

       Der andere lernt: Mit dem Knüppel will ich auch mal knüppeln.

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Die erfolgreichste Politik:

Reden wie ein Rechter und handeln wie ein Linker;

oder reden wie ein Linker und handeln wie ein Rechter.

Beides sorgt für breite Mehrheiten.

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Neomarxismus nach 1989.

Um es mit Lichtenberg zu sagen:

"Schöne Nester ausgeflogener Wahrheiten".

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Nach 1989: Linksintellektuelle vereinsamt:

...und ich dachte doch, der Feind meines Feindes müsse mein Freund sein!

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        Deutsche Lebensläufe zwischen 1939 und 1945 pflegen oft einzeilig zu werden.

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'Stauffenberg' sagen die um so öfter,

die 'Georg Elser' und 'Geschwister Scholl'

nicht über die Lippen bringen.

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Dogma der Marktwirtschaft:

Der Egoismus ist ein Teil von jener Kraft,

die stets das Böse will und stets das Gute schafft.

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Zur Logik der Freundschaft:

(1) Einem guten Freund kann man alles sagen.

(2) Ein guter Freund erzählt nichts weiter.

       Daraus folgt: Ein dritter im Bunde ist ausgeschlossen.

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       Beziehungen nutzen heißt immer, einen besser Geeigneten verdrängen.

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    Und ewig lockt der Esel: Komm auf mein Eis und tanz mit mir!

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         Nur Menschen mit wenig Fantasie können sich die Zukunft genau vorstellen.

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         Biologie des Menschen: Es gibt nur zwei Rassen: Die Rassisten und die anderen.

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         Tragisch. Der eine besitzt die Trompete, und der andere kann sie blasen.

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     Symbiose. Zu jedem Schriftsteller gehören seine Schrift-Entsteller.

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Der Welt kürzeste und längste Tragödie

Vorhang auf:

"Ich war ein Tutsi." "Ich war ein Hutu."

"Ich war ein Palästinenser." "Ich war ein Israeli."

Immer mehr Personen in weißen Hemden treten auf die Bühne.

Dann fassen sich alle an den Händen und singen:

"Nun sind wir alle gleich."

Vorhang fällt.

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Zwei Zyniker.

        A: Immer hat der Mensch seine besten geistigen Fähigkeiten dazu verwendet, hochentwickelte Waffen herzustellen.

B: Hätte er es nicht getan und sie nicht an seinen dümmeren Konkurrenten ausprobiert,

hätte die Evolution den menschlichen Geist nicht so schnell auf sein hohes Niveau gebracht.

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Two cultures.

Die einen halten das Bit für ein Bier;

die anderen Fiat lux für ein Auto.

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An der Bar. Steter Tropf höhlt den - Kopf.

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Niemand ist so dumm wie der, der nicht lernen will.

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      Die kleinen Konkurrenten sind es, die einem zu schaffen machen:

     Der Wurm verdirbt den Spaß am Apfel.

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          Diskussion: die einzige Sportart, bei der am Ende alle Sieger sein können.

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Korrigierbar, ja - beirrbar, nein!

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Elftes Gebot: Du sollst keine Information vernichten.

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Seltenster Fall von Selbstverleugnung:

           "Was liegt daran, wer die Werke schreibt, wenn sie nur zur rechten Zeit da sind."

(Gustav Mahler an Arnold Schönberg)

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    Wer das Wort 'Fortschritt' nicht mag, kann ja 'Verbesserung' sagen.

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          Große Geister kritisieren die Fortschrittsideologie, kleine Geister den Fortschritt.

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       Je kleiner einer ist, desto grüner scheint ihm der Rasen des Nachbarn.

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Das Leichtere schwimmt oben.

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Das Originalitätsparadox:

    Lass alles weg, was persönliche Eigenart ist.

  Was übrig bleibt, ist der persönliche Stil.

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              Auslassungen: Was einer nicht sagt, charakterisiert ihn mehr als das, worüber er spricht.

            Arnold Schönberg: Die Töne, die nicht vorkommen, geben der Tonart den Charakter.

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Zitierdilemma:

  Wer (Vorgänger) nicht zitiert, kann nicht zitiert werden.

    Wer alles (Relevante) zitiert, kann nicht gedruckt werden.

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Vor dem weißen Blatt:

"Einfach anfangen!" und "einfach anfangen!"

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               Bücher schreiben ist schön. Leider ist es mit Arbeit verbunden. (Frei nach Karl Valentin)

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      Bücher schreiben: Die einen tun's, um als Koryphäen zu gelten;

   die anderen, um den Kopf für Besseres freizubekommen.

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          Sei unverdrossen ein Teil von jener Welt, die ständig schafft und nichts dafür erhält.

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        Die Bedeutung steckt so wenig im Wort wie die Schatzkammer im Schlüssel steckt, der sie öffnet.

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Das Leben steckt so wenig in der DNA wie die Schatzkammer im Schlüssel steckt, der sie öffnet.

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     Echte Rätsellöser schauen nicht gern ins Lösungsbuch.

       Daher: Schreib erst; dann lies die Lösung; dann schreib nochmal!

 

          Verwechslung: Manche verwechseln die klappende Tür mit einem schlagenden Argument.

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        Logik hilft den Dummen: Sie lässt zu, dass aus Falschem Richtiges folgt.

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      Nichts ist einfach. Auch das Einfache ist einfach nicht einfach.

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     Wo es Leben gibt, da gibt es Fehler.

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             Gewissheit und Sicherheit: Wenn alle den Unterschied begreifen würden,

gäbe es bald keine Lotterien mehr.

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     Theologen wollen in den Himmel kommen; Philosophen in den SPIEGEL.

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Wittgenstein: Die Welt ist alles, was der Fall ist.

    Ergänzung: Der 'Himmel' ist alles, was nicht der Fall ist.

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Zweierlei Musik:

Bei der einen vergisst man seine Zahnschmerzen;

bei der anderen bekommt man welche.

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Musi-kalauer: Edward Schwelgar müsste er heißen; und der andere: Ego Schiele.

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Trost im Herbst: Ein Gesicht ohne Falten ist wie ein Baum ohne Borke.

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Wie Jesus liebe ich meine Feinde.

Allerdings aus einem anderen Grund:

    Nur meine Feinde verraten mir meine Fehler.

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Carlo Schmidt: "Die Deutschen lieben sich nicht."

Er kannte die Bayern nicht!

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     Bilder müssen ein Fest für die Augen sein, sagt Delacroix.

   Und ein Fest für den Intellekt, sollte man hinzufügen.

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            Auch eine missglückte Beleidigung ist eine Beleidigung: Sie beleidigt den Urheber.

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      Kritik musst du gern haben, - aber nicht unbedingt den Kritiker.

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        Manche interessieren sich mehr für den Kaffeesatz als für den Kaffee.

(Nicht von mir, sondern von Dagmar Niemann)

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   Wie Sprichwörter lügen: "Ohne Fleiß, kein Preis."

Aber oft gibt's auch mit Fleiß keinen Preis;

   und manchmal ohne Fleiß einen schönen Preis.

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Pferdeverstand.

Wenn ich überleben will, dachte das Pferd,

muss ich schneller fressen als mich die Fliegen fressen.

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    Leitlinie für kreativ Schaffende und TV-Direktoren:

  Interessen befriedigen ist gut;

  Interessen wecken ist besser!

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           Hegel korrigiert: Philosophie ist die Fehler der Zeit in Gedanken erfasst.

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    Wissen ist die Rache derer, die nicht denken.

(Von Russell? Oder frei nach Russell?)

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           Wer versucht zu leben, wie er lehrt, wird bald nur noch lehren, wie er lebt.

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          A: Erst wenn Popper verstanden worden ist, kann ich anfangen zu schreiben.

    B: Wenn Popper verstanden worden ist, kann ich aufhören zu schreiben.

Wohin gehörst du?

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      Armer Vogel. Wer zu viele Eier legt, muss fremde Nester benutzen.

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Fallende Groschen soll man nicht aufhalten.

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     Der philosophische Wachhund bellt, die Kamele ziehen weiter.


Zitiert, was ihr wollt, aber zitiert auch mal den Autor:

Hans-Joachim Niemann 1996...2010. h j n @ h - j - n . d e